Beschreibung
Der Makita DVR450 ist ein akkubetriebener Innenrüttler zum Verdichten von frisch eingebrachtem Beton. Der 1,2 m lange flexible Verdichtervorsatz wird mit dem Rüttelkopf in den noch verarbeitbaren Beton eingeführt. Durch die hohe Schwingungszahl werden eingeschlossene Luftblasen nach oben transportiert, Hohlräume reduziert und der Beton dabei unterstützt, sich gleichmäßiger um Bewehrung, Einbauteile und innerhalb der Schalung zu verteilen.
Das Gerät arbeitet mit einem Akku aus dem Makita-18-V-LXT-System. Dadurch wird kein Netzanschluss unmittelbar an der Schalung benötigt. Gerade bei kleineren Fundamenten, Stützen, Randbereichen, Baustellen ohne bequem erreichbare Steckdose oder schwer zugänglichen Betonierabschnitten bietet der Akku-Betrieb eine hohe Bewegungsfreiheit.
Technische Eigenschaften
- Akku-Spannung: 18 V
- Schwingungszahl: 13.000 Schwingungen pro Minute
- Länge des Verdichtervorsatzes: 1.200 mm
- Durchmesser des Verdichtervorsatzes: 25 mm
- Schwingkreis: etwa 1 mm
- Vibrationsreichweite: etwa 25 cm
- Flexible Welle für schwer erreichbare Betonbereiche
- Horizontale und vertikale Betätigung des Schalters möglich
Typische Einsatzbereiche
- Verdichten von frisch gegossenen Fundamenten
- Streifenfundamente und Punktfundamente
- Betonieren von Stützen und Pfeilern
- Ausfüllen von Schalsteinen und Betonschalungen
- Verdichten von Ringankern und bewehrten Bauteilen
- Betonarbeiten an Treppen, Podesten und kleineren Bodenplatten
- Verdichten um Bewehrungsstahl und Einbauteile
- Arbeiten an schmalen oder schwer zugänglichen Betonierstellen
- Kleinere Betonierarbeiten ohne stationären Rüttler
Warum Beton verdichtet werden muss
Frischbeton enthält nach dem Einbringen regelmäßig eingeschlossene Luft und kann sich insbesondere bei dichter Bewehrung, schmalen Schalungen oder komplexen Bauteilgeometrien nicht vollständig selbst verteilen. Ohne ausreichende Verdichtung können Hohlräume, sogenannte Kiesnester, eine ungleichmäßige Oberfläche und Schwachstellen im Bauteil entstehen.
Der Innenrüttler verflüssigt den Beton im unmittelbaren Wirkungsbereich kurzzeitig. Dadurch kann die eingeschlossene Luft aufsteigen, während der Beton dichter zusammenrückt und vorhandene Zwischenräume besser ausfüllt. Eine fachgerechte Anwendung verbessert damit die Gleichmäßigkeit des Betonquerschnitts.
Anwendung bei Fundamenten
Bei Streifen- und Punktfundamenten wird der Beton lagenweise eingebracht und anschließend systematisch verdichtet. Der Rüttelkopf wird senkrecht oder leicht geneigt in den Beton eingeführt. Die einzelnen Einstichpunkte sollten sich so überlappen, dass keine unverdichteten Bereiche zwischen ihnen verbleiben.
Bei mehreren Betonschichten sollte der Rüttelkopf leicht in die vorherige, noch frische Lage eintauchen. Dadurch verbinden sich die einzelnen Schichten besser miteinander und sichtbare Übergänge werden reduziert.
Anwendung bei Schalungen und Bewehrung
In schmalen Schalungen und bei dichter Bewehrung muss besonders kontrolliert gearbeitet werden. Der 25 mm starke Verdichterkopf ist vergleichsweise kompakt und kann zwischen Bewehrungsstäben sowie in kleineren Zwischenräumen eingesetzt werden, sofern ausreichend Platz vorhanden ist.
Der Rüttelkopf darf nicht dauerhaft gegen die Schalung oder gegen Bewehrungsstahl gedrückt werden. Dies kann die Schalung verschieben, Befestigungen lösen oder zu unnötigem Verschleiß am Gerät führen.
Richtige Arbeitsweise
- Schalung, Bewehrung und alle Befestigungen vor dem Betonieren kontrollieren.
- Beton gleichmäßig und möglichst lagenweise einbringen.
- Verdichterkopf vor dem Einschalten in den Frischbeton einführen.
- Gerät einschalten und den Rüttelkopf einige Sekunden an der jeweiligen Stelle wirken lassen.
- Auf aufsteigende Luftblasen und das Setzen der Betonoberfläche achten.
- Rüttelkopf langsam aus dem Beton herausziehen.
- Nächsten Einstichpunkt mit ausreichender Überlappung wählen.
- Den Vorgang gleichmäßig über die gesamte Betonfläche fortsetzen.
Der Rüttelkopf sollte zügig eingeführt, aber langsam wieder herausgezogen werden. Dadurch kann sich der entstehende Kanal mit Beton schließen. Wird der Kopf zu schnell herausgezogen, kann ein Hohlraum zurückbleiben.
Erkennen einer ausreichenden Verdichtung
Eine Betonstelle ist in der Regel ausreichend verdichtet, wenn kaum noch größere Luftblasen aufsteigen, sich die Oberfläche sichtbar gesetzt hat und sich um den Rüttelkopf ein gleichmäßiger Mörtelspiegel bildet. Die erforderliche Dauer hängt von der Betonkonsistenz, der Bauteildicke, der Bewehrung und dem gewählten Abstand der Einstichstellen ab.
Überverdichtung vermeiden
Der Rüttelkopf darf nicht unnötig lange an einer Stelle verbleiben. Zu langes oder übermäßiges Rütteln kann zur Entmischung des Betons führen. Dabei können sich grobe Gesteinskörnung und Zementleim voneinander trennen. Besonders bei sehr fließfähigem Beton ist daher zurückhaltend und systematisch zu arbeiten.
Der Betonverdichter ist kein Werkzeug zum großflächigen Verteilen oder Transportieren des Betons innerhalb der Schalung. Beton darf nicht über längere Strecken mit dem Rüttelkopf verschoben werden.
Arbeiten an Bewehrung
Bei bewehrten Bauteilen muss darauf geachtet werden, dass der Rüttelkopf nicht zwischen Bewehrungsstäben eingeklemmt wird. Die flexible Welle darf nicht mit Gewalt gebogen, geknickt oder um scharfe Kanten geführt werden.
Der Verdichterkopf sollte möglichst frei in den Beton eintauchen können. Ein dauerhafter Kontakt mit Bewehrungsstahl überträgt die Vibrationen auf die gesamte Konstruktion und kann Bindestellen, Abstandhalter oder Einbauteile verschieben.
Vorteile des Akku-Betriebs
- Kein Stromkabel unmittelbar an der Betonierstelle
- Keine Stolpergefahr durch Verlängerungsleitungen
- Flexibler Einsatz auf Rohbauten und Außenbaustellen
- Schnell einsatzbereit
- Geeignet für kleinere und mittlere Betonierabschnitte
- Kompatibel mit vorhandenen Makita-18-V-LXT-Akkus
- Unabhängig von einem stationären Stromanschluss
Hinweise zur Akkulaufzeit
Die tatsächliche Laufzeit hängt von der Akkukapazität, dem Ladezustand, der Betonkonsistenz, der Umgebungstemperatur und der Arbeitsweise ab. Makita nennt mit einem 5,0-Ah-Akku eine Laufzeit von ungefähr 41 Minuten. Diese Angabe ist ein Richtwert und kann unter Baustellenbedingungen abweichen.
Für größere Betonierarbeiten sollte ein vollständig geladener Ersatzakku bereitgehalten werden. Der Akkuwechsel muss erfolgen, bevor der Beton seine Verarbeitbarkeit verliert. Die Betonage darf nicht allein von der verfügbaren Akkulaufzeit abhängig geplant werden.
Sicherheitshinweise
- Vor der Verwendung Bedienung und Funktion des Geräts prüfen.
- Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe tragen.
- Kontakt von Frischbeton mit Haut und Augen vermeiden.
- Flexible Welle nicht knicken oder um scharfe Kanten legen.
- Verdichterkopf nicht mit der Hand berühren, solange das Gerät eingeschaltet ist.
- Gerät nicht außerhalb des Betons unnötig lange laufen lassen.
- Rüttelkopf nicht gewaltsam zwischen Bewehrungsstäben einsetzen.
- Akku vor Reinigung, Prüfung oder Störungsbeseitigung entnehmen.
- Beschädigte Akkus oder Geräte nicht weiterverwenden.
- Gerät nicht vollständig in Beton, Wasser oder Reinigungsflüssigkeit eintauchen.
- Auf sicheren Stand und geordnete Arbeitsabläufe an der Schalung achten.
Grenzen des Geräts
Der Makita DVR450 ist für kleinere bis mittlere Verdichtungsarbeiten vorgesehen. Bei sehr großen Bodenplatten, massiven Fundamenten oder umfangreichen gewerblichen Betonagen kann ein leistungsstärkerer Betonverdichter mit größerem Rüttelkopf und dauerhaft verfügbarer Energieversorgung erforderlich sein.
Der Betonverdichter ersetzt keine fachgerechte Planung der Betonrezeptur, Schalung, Bewehrung und Betonage. Die notwendige Verdichtungsintensität richtet sich nach dem verwendeten Beton und dem jeweiligen Bauteil.
Reinigung nach der Arbeit
Frische Betonreste müssen unmittelbar nach der Verwendung vom Rüttelkopf und vom flexiblen Schlauch entfernt werden. Ausgehärteter Beton kann das Gerät dauerhaft beschädigen und lässt sich später nur schwer entfernen.
Vor der Reinigung ist der Akku zu entnehmen. Der Rüttelkopf und der Schlauch können vorsichtig mit Wasser, einer Bürste und einem feuchten Tuch gereinigt werden. Motorgehäuse, Schalter und Akkuschacht dürfen nicht mit einem Hochdruckreiniger oder einem starken Wasserstrahl gereinigt werden.
Der Schlauch darf zur Reinigung nicht stark geknickt, gequetscht oder an der Verbindung zum Gerät gezogen werden. Nach der Reinigung ist das Gerät vollständig zu trocknen.
Rückgabezustand
Das Gerät ist unmittelbar nach der Betonage gründlich von allen frischen Beton- und Zementresten zu befreien. Es muss sauber, trocken und mit unbeschädigter flexibler Welle zurückgegeben werden.
Ausgehärtete Betonreste, Beschädigungen am Rüttelkopf, starke Knicke im Schlauch oder Verunreinigungen am Motorgehäuse können zusätzlichen Reinigungs- oder Reparaturaufwand verursachen.












