Beschreibung
Das Dachlatten- und Demontageeisen ist ein langes Hebelwerkzeug für Rückbau-, Ausbau-, Reparatur- und Abbrucharbeiten. Es kombiniert die Funktionen eines Nageleisens, Kuhfußes, Hebeleisens und Dachlattenhebers.
Das Werkzeug besitzt zwei unterschiedlich ausgeführte Arbeitsenden. Das gelb lackierte Ende ist stark abgewinkelt und bildet eine breite Hebelklaue. Eine V-förmige Aussparung ermöglicht das Erfassen von Nagelschäften und Nagelköpfen. Das gegenüberliegende Ende ist flach, leicht gebogen und spitz zulaufend. Es kann in schmale Fugen oder unter befestigte Bauteile geschoben werden.
Die lange Ausführung erzeugt einen hohen Hebelarm. Dadurch lassen sich Dachlatten, Bretter, Schalungselemente und Verkleidungen häufig mit weniger Kraftaufwand lösen als mit einem kurzen Kuhfuß. Gleichzeitig kann das Werkzeug mit größerem Abstand zum Bauteil geführt werden.
Typische Einsatzbereiche
- Dachlatten lösen und ausbauen
- Konterlatten von Sparren entfernen
- Bretter und Bohlen auseinanderhebeln
- Holzschalungen demontieren
- Verkleidungen und Paneele lösen
- Paletten und Transportgestelle zerlegen
- Fußbodenbretter anheben
- Unterkonstruktionen zurückbauen
- Nägel aus Holz herausziehen
- Festsitzende Bauteile anheben oder ausrichten
- Leichte Abbruch- und Renovierungsarbeiten
- Holzkonstruktionen kontrolliert öffnen
Dachlatten und Konterlatten entfernen
Bei Dachsanierungen müssen alte Dachlatten häufig von Sparren oder Konterlatten gelöst werden. Das flache Werkzeugende wird vorsichtig unter die Latte geschoben. Anschließend wird die Stange langsam als Hebel bewegt.
Durch den langen Hebelarm kann die Latte schrittweise angehoben werden. Der Druck sollte dabei möglichst nahe an einer Befestigungsstelle angesetzt werden. Dadurch wird das Holz weniger stark durchgebogen und ein unkontrolliertes Brechen der Latte reduziert.
Sobald ein Nagel ausreichend aus dem Holz heraussteht, kann er mit der V-förmigen Aussparung am gelben Werkzeugende erfasst und herausgezogen werden.
Schalungen und Bretter lösen
Das Demontageeisen eignet sich zum Öffnen genagelter Schalungen und Holzkonstruktionen. Das flache Ende kann zwischen zwei Bauteile oder zwischen Holz und Unterkonstruktion geschoben werden.
Die Verbindung sollte nicht mit einer einzigen starken Bewegung gelöst werden. Sinnvoller ist es, das Bauteil an mehreren Punkten nacheinander leicht anzuheben. Dadurch verteilt sich die Belastung und das Risiko von Ausbrüchen wird reduziert.
Nägel herausziehen
Das gelbe Ende besitzt eine V-förmige Nagelaufnahme. Der Nagelschaft wird so weit wie möglich in den Schlitz geschoben. Anschließend wird das Werkzeug über die gebogene Auflagefläche abgerollt beziehungsweise als Hebel bewegt.
Bei tief sitzenden Nägeln kann das flache Werkzeugende zunächst verwendet werden, um das befestigte Bauteil etwas anzuheben. Dadurch wird der Nagelkopf zugänglich.
Das Werkzeug eignet sich vor allem für Bau-, Draht- und Zimmermannsnägel. Sehr kleine Nägel, Klammern oder vollständig bündig versenkte Befestigungsmittel lassen sich möglicherweise nicht sicher erfassen.
Flaches und spitz zulaufendes Werkzeugende
Das lange schwarze Ende ist flach ausgeführt und läuft zu einer schmalen Spitze aus. Dadurch kann es in Fugen, unter Bretter oder hinter Verkleidungen geschoben werden.
Die leichte Biegung erzeugt beim Herunterdrücken der Stange eine Hebelwirkung. Das Ende eignet sich außerdem zum vorsichtigen Anheben, Ausrichten oder Verschieben von Bauteilen.
Die Spitze darf nicht als Meißel für Stein, Beton oder Metall verwendet werden. Das Werkzeug ist vorrangig für Hebel- und Demontagearbeiten vorgesehen.
Abgewinkelte Hebelklaue
Das gelbe Ende besitzt eine stark gebogene Form. Diese dient als Auflage- und Drehpunkt beim Hebeln. Durch die breite Auflagefläche wird die Kraft auf einen größeren Bereich verteilt als bei einem sehr schmalen Kuhfuß.
Die Klaue kann unter Latten, Balken, Bretter oder vergleichbare Bauteile gesetzt werden. Abhängig von der Einbausituation kann entweder gezogen, gedrückt oder über die gebogene Fläche abgehebelt werden.
Arbeiten mit hohem Hebelarm
Die lange Stange ermöglicht eine hohe Kraftübersetzung. Das erleichtert die Arbeit, erhöht aber gleichzeitig das Risiko, Bauteile unbeabsichtigt zu beschädigen.
Nur so viel Kraft einsetzen, wie zum kontrollierten Lösen erforderlich ist. Insbesondere dünne Bretter, sprödes Holz, Plattenwerkstoffe und angrenzende Bauteile können bei zu hoher Belastung brechen.
Bei empfindlichen Oberflächen kann ein Holzklotz oder eine stabile Unterlage als Schutz und zusätzlicher Drehpunkt unter das Werkzeug gelegt werden.
Anwendung beim Entfernen einer Dachlatte
- Arbeitsbereich freilegen und Lage der Nägel prüfen.
- Flaches Ende möglichst nahe an einem Nagel unter die Latte schieben.
- Werkzeug kontrolliert nach unten drücken.
- Latte nur wenige Millimeter anheben.
- Vorgang an der nächsten Befestigungsstelle wiederholen.
- Nach und nach alle Befestigungen lockern.
- Herausstehende Nägel mit der V-förmigen Klaue erfassen.
- Nägel langsam über die gebogene Auflagefläche heraushebeln.
- Gelöste Latte kontrolliert abnehmen.
Anwendung beim Zerlegen von Paletten
- Palette standsicher auf einen ebenen Untergrund legen.
- Werkzeug zwischen Deckbrett und Klotz beziehungsweise Querträger schieben.
- Brett auf beiden Seiten der Verbindung abwechselnd leicht anheben.
- Nicht nur an einem Punkt mit voller Kraft hebeln.
- Sobald Nägel sichtbar werden, diese mit dem Nagelzieher entfernen.
- Beschädigte oder gebrochene Bretter sofort aus dem Arbeitsbereich nehmen.
Vorteile
- Langer Hebelarm für hohe Kraftübersetzung
- Zwei unterschiedlich geformte Arbeitsenden
- Integrierter Nagelzieher
- Flaches Ende für schmale Zwischenräume
- Gebogene Klaue als stabiler Hebelpunkt
- Für Dach-, Holzbau- und Demontagearbeiten geeignet
- Kein Strom oder Akku erforderlich
- Robuste Ganzmetallausführung
- Vielseitig bei Renovierung und Rückbau einsetzbar
Geeignete Arbeiten
- Holzkonstruktionen demontieren
- Dachlatten und Konterlatten lösen
- Schalungen öffnen
- Bretter und Paneele anheben
- Paletten zerlegen
- Nägel herausziehen
- Bauteile vorsichtig ausrichten
- Unterkonstruktionen zurückbauen
Nicht geeignete Arbeiten
- Stemmen oder Meißeln in Beton
- Durchtrennen von Metall
- Anheben sehr schwerer Maschinen oder Fahrzeuge
- Arbeiten an unter Spannung stehenden Bauteilen
- Öffnen von Türen oder Gebäuden ohne Berechtigung
- Verwendung als Anschlagmittel oder Hebezeug
- Verwendung als Leiter, Tritt oder Absturzsicherung
Hinweise zur sicheren Anwendung
Vor der Nutzung muss das Werkzeug auf Verbiegungen, Risse, Materialausbrüche, starke Korrosion und beschädigte Arbeitsenden geprüft werden.
Das Werkzeug immer mit beiden Händen kontrolliert führen. Durch die hohe Hebelwirkung können sich Bauteile plötzlich lösen oder brechen.
Der Körper sollte sich nicht unmittelbar in der möglichen Bewegungsrichtung des Werkzeugs befinden. Beim Abrutschen kann die lange Stange unkontrolliert zurückschlagen.
Die Hände dürfen nicht zwischen Werkzeug, Unterlage und Bauteil gehalten werden. Es besteht erhebliche Quetsch- und Klemmgefahr.
Schutzbrille, robuste Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe tragen. Beim Rückbau von Holz können Nägel, Splitter und abgebrochene Bauteile weggeschleudert werden.
Herausstehende Nägel sofort entfernen oder sichtbar umbiegen. Gelöste Bretter und Latten nicht mit nach oben gerichteten Nägeln im Arbeitsbereich liegen lassen.
Beim Arbeiten über Kopf oder auf einem Dach ist der Bereich unterhalb der Arbeitsstelle abzusperren. Herabfallende Werkzeuge, Nägel und Bauteile können schwere Verletzungen verursachen.
Dacharbeiten dürfen nur mit geeigneter Absturzsicherung, standsicherem Gerüst oder zugelassenen Dachzugangssystemen durchgeführt werden.
Das Werkzeug darf nicht verlängert werden, beispielsweise durch das Aufstecken eines Rohres. Die dadurch entstehenden Kräfte können das Werkzeug oder das Bauteil unkontrolliert beschädigen.
Nicht mit einem Hammer auf die Stange oder die gebogenen Arbeitsenden schlagen, sofern das Werkzeug vom Hersteller nicht ausdrücklich dafür vorgesehen ist.
Bei Arbeiten in Wänden, Böden oder Decken vorher prüfen, ob sich elektrische Leitungen, Wasserleitungen, Gasleitungen oder andere Installationen im Arbeitsbereich befinden.
Hinweise und Grenzen
Das Werkzeug ist ein manuelles Demontage- und Hebelwerkzeug. Es ersetzt keine geeignete Abstützung, Hebevorrichtung oder fachgerechte Rückbauplanung.
Die zulässige Belastbarkeit ist nicht bekannt. Das Werkzeug darf daher nicht zum Anheben oder Sichern schwerer Lasten eingesetzt werden.
Bei stark festsitzenden Bauteilen sollte die Verbindung zunächst freigelegt oder mit einem geeigneten Sägewerkzeug getrennt werden. Unkontrollierte Gewaltanwendung erhöht das Verletzungsrisiko.
Das Werkzeug nicht zum Aufbrechen von Schlössern, Türen oder fremdem Eigentum verwenden.
Nach der Nutzung Schmutz, Holzreste und Feuchtigkeit entfernen. Metallflächen trocken lagern und bei Bedarf leicht mit Korrosionsschutzöl behandeln.








