Beschreibung
Die Rohrschraubzwingen sind für das kraftvolle Fixieren, Zusammenpressen und Verleimen größerer Werkstücke vorgesehen. Im Unterschied zu kurzen Einhand- oder klassischen Schraubzwingen nutzen diese Zwingen ein langes Stahlrohr als Führung. Dadurch steht eine vergleichsweise große Spannweite zur Verfügung, die sich besonders für breite Platten, Rahmen, Möbelteile und längere Holzkonstruktionen eignet.
Das Mietset besteht aus vier einzelnen Rohrschraubzwingen. Dadurch können Werkstücke nicht nur an einer Stelle, sondern über eine größere Fläche hinweg gleichmäßig verspannt werden. Beim Verleimen von Brettern oder Platten ist dies entscheidend, damit sich die Werkstücke nicht aufwölben, verdrehen oder seitlich verschieben.
Typische Einsatzbereiche
- Verleimen von Massivholzplatten
- Zusammenpressen mehrerer Bretter
- Montage von Tischen, Regalen und Schränken
- Verleimen von Türen und Rahmen
- Fixieren von Arbeitsplatten und Möbelteilen
- Zusammenbau von Holzrahmen und Unterkonstruktionen
- Reparatur gelöster oder gebrochener Holzverbindungen
- Verleimen größerer Werkstücke im Innenausbau
- Positionieren von Bauteilen vor dem Verschrauben
- Vorübergehendes Fixieren bei Montagearbeiten
Aufbau der Rohrschraubzwingen
Jede Zwinge besteht aus einem stabilen Stahlrohr, einem fest montierten Spannkopf mit Gewindespindel und einem verschiebbaren Gegenhalter. Der Gegenhalter kann entlang des Rohres auf die ungefähre Werkstückbreite eingestellt werden. Anschließend wird der erforderliche Spanndruck über die Spindel erzeugt.
Die Spindel wird mit dem Griff von Hand angezogen. Dadurch lässt sich der Druck kontrolliert und schrittweise erhöhen. Die Spannflächen liegen an den gegenüberliegenden Seiten des Werkstücks an und drücken die Bauteile zusammen.
Verleimen von Brettern und Platten
Beim Verleimen mehrerer Bretter zu einer größeren Platte sollten die Rohrschraubzwingen gleichmäßig über die Länge des Werkstücks verteilt werden. Für ein möglichst planes Ergebnis empfiehlt es sich, die Zwingen abwechselnd unterhalb und oberhalb der Platte anzuordnen. Dadurch können sich die entstehenden Zugkräfte besser ausgleichen.
Die Leimflächen müssen sauber, trocken und passend vorbereitet sein. Nach dem Auftragen des Leims werden die Bretter ausgerichtet und mit den Zwingen nur so fest zusammengepresst, dass sich die Fugen vollständig schließen. Übermäßiger Druck verbessert die Verbindung nicht und kann dazu führen, dass zu viel Leim aus der Fuge gepresst wird oder sich das Werkstück verzieht.
Möbel- und Rahmenbau
Bei der Montage von Schränken, Regalen, Türen oder Rahmen helfen die Zwingen dabei, die einzelnen Bauteile in Position zu halten. Vor dem endgültigen Anziehen sollte geprüft werden, ob das Werkstück rechtwinklig ausgerichtet ist. Bei Rahmenkonstruktionen können die beiden Diagonalmaße verglichen werden. Sind beide Diagonalen gleich lang, ist der Rahmen in der Regel rechtwinklig.
Die Zwingen können auch eingesetzt werden, um Bauteile während des Bohrens, Dübelns oder Verschraubens gegen Verrutschen zu sichern. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zwingen nicht den Arbeitsbereich der Bohrmaschine oder Säge behindern.
Große Spannweite
Die langen Stahlrohre ermöglichen das Spannen deutlich breiterer Werkstücke als mit vielen normalen Schraubzwingen. Die tatsächlich nutzbare Spannweite ergibt sich aus der Rohrlänge sowie der Position von Spannkopf und Gegenhalter. Auf den Bildern sind unterschiedlich lange beziehungsweise unterschiedlich eingestellte Zwingen erkennbar.
Vor Beginn der Arbeit sollte geprüft werden, ob die vorhandene Spannweite für das geplante Werkstück ausreicht. Die Zwingen dürfen nicht über das Ende des Rohres hinaus oder nur mit einem unsicher greifenden Gegenhalter verwendet werden.
Gleichmäßiger Anpressdruck
Bei langen oder breiten Werkstücken sollte der Druck über mehrere Zwingen verteilt werden. Werden nur die äußeren Bereiche gespannt, können sich in der Mitte offene Fugen bilden. Werden die Zwingen zu weit auseinander angesetzt, kann sich das Holz zwischen den Spannpunkten aufwölben.
Die vier enthaltenen Zwingen ermöglichen eine gleichmäßigere Druckverteilung. Je nach Länge, Dicke und Steifigkeit des Werkstücks können jedoch zusätzliche Zwingen erforderlich sein.
Schutz empfindlicher Oberflächen
Die metallischen Spannflächen können Druckstellen, Kratzer oder Verfärbungen verursachen. Zwischen Zwinge und Werkstück sollten deshalb bei empfindlichen Oberflächen geeignete Zulagen aus Holz, Kunststoff oder einem vergleichbaren Material gelegt werden.
Die Zulagen verteilen den Druck auf eine größere Fläche und verhindern, dass sich die Spannflächen direkt in das Werkstück eindrücken. Besonders bei weichen Holzarten, lackierten Flächen und sichtbaren Möbelteilen ist dieser Schutz wichtig.
Anwendung
- Werkstücke vorbereiten, trocken zusammenlegen und Passgenauigkeit prüfen.
- Bei Verleimungen den geeigneten Leim nach Herstellerangabe auftragen.
- Verschiebbaren Gegenhalter entriegeln und auf dem Rohr positionieren.
- Zwinge so ansetzen, dass beide Spannflächen sicher am Werkstück anliegen.
- Bei empfindlichen Oberflächen passende Zulagen unterlegen.
- Spindel zunächst nur leicht anziehen.
- Werkstück ausrichten und bei Rahmen die Rechtwinkligkeit kontrollieren.
- Alle Zwingen schrittweise und abwechselnd anziehen.
- Austretenden Leim rechtzeitig entfernen.
- Die vom Leimhersteller vorgeschriebene Press- und Trocknungszeit einhalten.
- Spindeln langsam lösen und Zwingen kontrolliert abnehmen.
Vorteile
- Große Spannweite für breite Werkstücke
- Vier Zwingen für gleichmäßige Druckverteilung
- Stabile Stahlrohrkonstruktion
- Kontrollierter Spanndruck über Gewindespindel
- Verschiebbarer Gegenhalter
- Geeignet für Möbelbau und Holzverleimungen
- Hilfreich bei Rahmen, Türen und Platten
- Werkstücke können vor dem Verschrauben sicher fixiert werden
- Keine Stromversorgung erforderlich
Hinweise und Grenzen
- Die Zwingen dürfen nur auf ausreichend stabilen Werkstücken angesetzt werden.
- Zu hoher Spanndruck kann Werkstücke beschädigen oder verformen.
- Spannflächen müssen vollständig und gerade am Werkstück anliegen.
- Gegenhalter vor dem Anziehen auf sicheren Sitz prüfen.
- Die Zwingen sind nicht zum Heben oder Sichern schwebender Lasten vorgesehen.
- Sie dürfen nicht als Spreizwerkzeug verwendet werden, sofern die Konstruktion dies nicht ausdrücklich zulässt.
- Rohre nicht als Hebel, Trittstufe oder Gerüstbestandteil benutzen.
- Bei empfindlichen Oberflächen immer Schutz- oder Druckzulagen verwenden.
- Leimreste unmittelbar nach der Benutzung von den Spannflächen entfernen.
- Gewinde und bewegliche Teile nicht mit Klebstoff oder Farbe verschmutzen.
- Die Zwingen trocken lagern und vor längerer Feuchtigkeit schützen.
Sicherheitshinweise
- Finger beim Ansetzen und Spannen nicht zwischen Werkstück und Spannfläche halten.
- Beim Lösen mit plötzlich nachlassender Spannung rechnen.
- Werkstücke gegen Umkippen und Herabfallen sichern.
- Lange überstehende Rohre so positionieren, dass keine Stolper- oder Stoßgefahr entsteht.
- Beschädigte, verbogene oder schwergängige Zwingen nicht verwenden.
- Vor jeder Verwendung Gewinde, Gegenhalter und Spannflächen kontrollieren.
- Bei Arbeiten über Kopf ist eine zusätzliche, unabhängige Sicherung des Werkstücks erforderlich.






