Beschreibung
Der Fortum Nietmuttern-Aufsatz verwandelt eine geeignete Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber in ein elektrisch angetriebenes Setzgerät für Gewindenietmuttern. Mit den mitgelieferten Gewindedornen und Mundstücken können Nietmuttern der Größen M3, M4, M5, M6 und M8 verarbeitet werden.
Nietmuttern werden verwendet, um ein belastbares metrisches Innengewinde in dünnwandigen Bauteilen herzustellen. Sie eignen sich besonders für Bleche, Metallprofile, Hohlprofile, Gehäuse und Bauteile, deren Rückseite nicht oder nur schwer zugänglich ist.
Im Gegensatz zu einer normalen Schraubverbindung muss auf der Rückseite keine separate Mutter festgehalten werden. Die Nietmutter wird von einer Seite in eine vorbereitete Bohrung eingesetzt und beim Setzvorgang dauerhaft im Material verformt.
Typische Einsatzbereiche
- Innengewinde in Blechen herstellen
- Gewinde in Vierkant- und Rechteckrohre einsetzen
- Bauteile an Metallprofilen befestigen
- Verkleidungen und Abdeckungen montieren
- Halterungen an Fahrzeugen und Anhängern befestigen
- Gewinde in Maschinengehäusen nachrüsten
- Schaltschränke und Metallgehäuse ausstatten
- Regale, Gestelle und Werkstatteinrichtungen bauen
- Gewindepunkte für wieder lösbare Verschraubungen anbringen
- Montagen durchführen, bei denen die Rückseite nicht erreichbar ist
Funktionsweise einer Nietmutter
Eine Nietmutter besteht aus einem hohlen, mit Innengewinde versehenen Nietkörper. Sie wird auf den passenden Gewindedorn des Nietaufsatzes aufgeschraubt und anschließend in eine maßgerecht vorbereitete Bohrung eingesetzt.
Beim Betätigen der Bohrmaschine zieht der Gewindedorn die Nietmutter zusammen. Der hintere Teil der Nietmutter verformt sich und legt sich auf der Rückseite des Werkstücks an. Dadurch wird die Nietmutter formschlüssig im Bauteil befestigt.
Nach dem Setzvorgang wird die Drehrichtung der Maschine umgeschaltet. Der Gewindedorn schraubt sich aus der gesetzten Nietmutter heraus. Anschließend steht ein dauerhaftes metrisches Innengewinde zur Verfügung.
Verfügbare Gewindegrößen
- M3
- M4
- M5
- M6
- M8
Für jede Gewindegröße muss der passende Gewindedorn zusammen mit dem dazugehörigen Mundstück verwendet werden. Eine falsche Kombination kann den Dorn, die Nietmutter oder den Aufsatz beschädigen.
Geeignete Nietmuttern
Der Aufsatz ist nach Herstellerangaben für Nietmuttern aus Aluminium, Kupfer, Stahl und Edelstahl vorgesehen. Die tatsächlich erforderliche Setzkraft hängt von der Gewindegröße, dem Werkstoff und der Bauform der Nietmutter ab.
Aluminium-Nietmuttern benötigen in der Regel eine geringere Setzkraft als Stahl- oder Edelstahl-Nietmuttern. Besonders bei größeren Edelstahl-Nietmuttern muss geprüft werden, ob die verwendete Bohrmaschine ausreichend Drehmoment bereitstellt.
Geeignete Werkstücke
- Stahlblech
- Aluminiumblech
- Edelstahlblech bei geeigneter Bohrung und Nietmutter
- Vierkant- und Rechteckrohre
- Metallprofile
- Karosserie- und Fahrzeugbleche
- Maschinen- und Gerätegehäuse
- Ausreichend feste Kunststoffplatten nach vorheriger Prüfung
Voraussetzungen für eine zuverlässige Verbindung
Die Bohrung muss zum Außendurchmesser der verwendeten Nietmutter passen. Ist die Bohrung zu klein, kann die Nietmutter nicht eingesetzt werden. Ist sie zu groß, kann sich die Nietmutter beim Setzen oder beim späteren Anziehen einer Schraube mitdrehen.
Bohrdurchmesser, Klemmbereich und Materialstärke sind anhand der verwendeten Nietmutter festzulegen. Die Gewindegröße allein reicht nicht aus, um den benötigten Bohrdurchmesser zuverlässig zu bestimmen.
Die Auflagefläche muss möglichst eben, sauber und frei von starken Graten sein. Nach dem Bohren sollte die Bohrung sorgfältig entgratet werden.
Vorbereitung des Nietaufsatzes
- Passende Nietmutter und Gewindegröße festlegen.
- Passenden Gewindedorn und das zugehörige Mundstück auswählen.
- Gewindedorn entsprechend der Anleitung im Aufsatz montieren.
- Mundstück einsetzen und korrekt einstellen.
- Aufsatz sicher im Bohrfutter der Maschine einspannen.
- Drehmomentbegrenzung der Maschine zunächst niedrig einstellen.
- Funktion an einem vergleichbaren Reststück prüfen.
Nietmutter setzen
- Bohrung im passenden Durchmesser herstellen.
- Bohrung entgraten und reinigen.
- Nietmutter vollständig auf den Gewindedorn aufschrauben.
- Nietmutter gerade und vollständig in die Bohrung einsetzen.
- Aufsatz rechtwinklig zum Werkstück halten.
- Maschine langsam in Setzrichtung laufen lassen.
- Setzvorgang beenden, sobald die Nietmutter fest verformt ist.
- Drehrichtung der Maschine umschalten.
- Gewindedorn vollständig aus der Nietmutter herausschrauben.
- Sitz und Gewinde der Nietmutter kontrollieren.
Einstellung der Maschine
Der Nietaufsatz sollte mit niedriger Drehzahl und kontrolliertem Drehmoment verwendet werden. Eine hohe Drehzahl verbessert das Ergebnis nicht und erschwert die Kontrolle des Setzvorgangs.
Bei einem Akkuschrauber sollte zunächst eine niedrige Stufe der Drehmomentbegrenzung gewählt werden. Anschließend kann das Drehmoment schrittweise erhöht werden, bis die Nietmutter sicher gesetzt wird.
Wird die Nietmutter nicht ausreichend verformt, kann sie sich später im Werkstück drehen. Bei zu hoher Setzkraft können dagegen der Gewindedorn, das Gewinde der Nietmutter oder das Werkstück beschädigt werden.
Geeignete Antriebsmaschinen
- Akkuschrauber mit regelbarer Drehzahl
- Akku-Bohrschrauber
- Netzbetriebene Bohrmaschine mit regelbarer Drehzahl
- Maschinen mit sicher schließendem Bohrfutter
Der Adapter darf nicht mit einem Schlagbohrmodus, einer Hammerfunktion oder einem Schlagschrauber betrieben werden. Schlagimpulse können Gewindedorn, Getriebe und Mechanik des Nietaufsatzes beschädigen. :contentReference[oaicite:0]{index=0}
Material der Werkzeugkomponenten
Der Fortum Nietaufsatz ist mit hoch belastbaren Werkzeugkomponenten aus Chrom-Molybdän-Vanadium-Stahl ausgeführt. Dieses Material ist für hohe mechanische Belastungen geeignet, ersetzt aber keine korrekte Einstellung und Bedienung des Werkzeugs. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Vorteile
- Maschinelles Setzen von Nietmuttern
- Deutlich schneller als viele einfache Handnietmutternzangen
- Für die gängigen Größen M3 bis M8
- Geeignet für einseitig zugängliche Bauteile
- Dauerhaftes metrisches Innengewinde
- Verbindung kann später wiederholt verschraubt und gelöst werden
- Geeignet für Bleche, Profile und Hohlkörper
- Kompakte Alternative zu einer großen Nietmutternzange
- Verwendung mit vorhandener Bohrmaschine oder Akkuschrauber
- Austauschbare Gewindedorne und Mundstücke
Auswahl der richtigen Nietmutter
Die Nietmutter muss zum Werkstoff, zur Materialstärke und zur späteren Belastung passen. Dabei sind insbesondere der Klemmbereich, die Kopfform, die Schaftform und der Werkstoff der Nietmutter zu beachten.
Gerändelte oder mehrkantige Nietmuttern bieten häufig einen besseren Verdrehschutz als vollständig glatte Rundschaft-Nietmuttern. Dies ist besonders bei weichen Werkstoffen oder höheren Anzugsmomenten wichtig.
Flachkopf-Nietmuttern bieten eine große Auflagefläche. Senkkopf-Nietmuttern können bei entsprechend vorbereiteter Senkung bündig mit der Oberfläche abschließen. Kleinkopf-Nietmuttern benötigen weniger Auflagefläche, können aber je nach Anwendung geringere Kräfte übertragen.
Hinweise zum Probearbeiten
Vor Arbeiten am eigentlichen Bauteil sollte eine Probeverbindung mit demselben Werkstoff, derselben Materialstärke und derselben Nietmutter hergestellt werden.
Dabei lässt sich prüfen, welche Drehmomentstufe erforderlich ist und ob Bohrdurchmesser, Klemmbereich sowie Setzergebnis zusammenpassen. Besonders bei dünnem Aluminium, Kunststoff oder lackierten Oberflächen ist ein Probestück sinnvoll.
Kontrolle der gesetzten Nietmutter
Nach dem Setzen muss die Nietmutter bündig und verdrehsicher am Werkstück anliegen. Sie darf sich beim vorsichtigen Einschrauben einer passenden Schraube nicht mitdrehen.
Die Schraube muss sich leicht von Hand in das Gewinde eindrehen lassen. Ein schwergängiges oder beschädigtes Gewinde kann auf eine schräg aufgeschraubte Nietmutter, eine Überlastung des Gewindedorns oder einen fehlerhaften Setzvorgang hinweisen.
Hinweise zum Gewindedorn
Gewindedorne sind hoch belastete Verschleißteile. Die Nietmutter muss vollständig und gerade auf den Dorn aufgeschraubt werden. Wird nur ein Teil des Gewindes erfasst, steigt die Gefahr eines Gewindeausrisses oder Dornbruchs erheblich.
Ein beschädigter, verbogener oder schwergängiger Gewindedorn darf nicht weiterverwendet werden. Gewinde sollten sauber gehalten und entsprechend der Bedienungsanleitung leicht geschmiert werden.
Nicht geeignete Anwendungen
- Verwendung mit Schlagschraubern
- Verwendung mit eingeschalteter Hammer- oder Schlagbohrfunktion
- Setzen von Blindnieten
- Verarbeiten anderer Gewindegrößen als M3, M4, M5, M6 und M8
- Setzen beschädigter oder verformter Nietmuttern
- Arbeiten mit ungeeigneten Bohrungsdurchmessern
- Setzen ohne passenden Gewindedorn und passendes Mundstück
- Arbeiten an Bauteilen, deren Festigkeit für die Nietmutter nicht ausreicht
- Verwendung als Schraub- oder Ausziehwerkzeug
Sicherheitshinweise
- Schutzbrille und geeignete Arbeitshandschuhe tragen.
- Bohrmaschine vor dem Wechsel der Gewindedorne ausschalten und Akku entfernen beziehungsweise Netzstecker ziehen.
- Nietaufsatz sicher im Bohrfutter einspannen.
- Werkstück gegen Verrutschen und Verdrehen sichern.
- Hände vom drehenden Aufsatz und vom Bohrfutter fernhalten.
- Keine lose Kleidung, Schmuckstücke oder offenen Haare in der Nähe rotierender Teile tragen.
- Aufsatz während des Setzvorgangs gerade zum Werkstück halten.
- Maschine bei ungewöhnlichen Geräuschen oder Blockieren sofort stoppen.
- Nicht mit Schlagfunktion oder Schlagschrauber verwenden.
- Vor jedem Einsatz Gewindedorn, Mundstück und Aufsatz auf Beschädigungen prüfen.
Hinweise und Grenzen
Der Nietaufsatz stellt eine belastbare Befestigungsmöglichkeit her, ersetzt jedoch keine fachgerechte Auslegung einer tragenden Schraubverbindung. Bei sicherheitsrelevanten, hoch belasteten oder statisch relevanten Verbindungen müssen Nietmutter, Materialstärke und Belastbarkeit fachlich geprüft werden.
Die Belastbarkeit wird nicht allein durch die Gewindegröße bestimmt. Entscheidend sind außerdem Werkstoff, Klemmbereich, Schaftform, Kopfform, Bohrungsqualität und die Festigkeit des Bauteils.
Bei falsch eingestelltem Drehmoment können Gewindedorn und Nietmutter beschädigt werden. Die Maschine darf nach dem vollständigen Setzen nicht unnötig weiterlaufen.
Reinigung und Rückgabe
Der Nietaufsatz ist sauber, vollständig und frei von Metallspänen zurückzugeben. Gewindedorne und Mundstücke müssen den Größen M3, M4, M5, M6 und M8 eindeutig zugeordnet und im Aufbewahrungskoffer abgelegt werden.
Beschädigte, abgebrochene oder fehlende Gewindedorne sind bei der Rückgabe anzugeben. Metallspäne dürfen mit einer Bürste oder einem trockenen Tuch entfernt werden. Das Werkzeug darf nicht mit Wasser gereinigt werden.







