Beschreibung
Das Falzzangen-Set von Freund besteht aus zwei unterschiedlich abgewinkelten Falzzangen für die manuelle Bearbeitung von Blechen. Enthalten sind eine um 45° gebogene Falzzange und eine um 60° gebogene Falzzange. Beide Werkzeuge verfügen über eine Maulbreite von 60 mm.
Die breiten und flächig aufliegenden Backen ermöglichen es, dünne Bleche kontrolliert zu greifen, zu biegen, abzukanten, zu falzen oder bereits vorhandene Kanten nachzuarbeiten. Im Gegensatz zu einer Blechschere wird das Material dabei nicht durchtrennt, sondern gezielt verformt.
Durch die zwei unterschiedlichen Kopfwinkel kann abhängig von Einbausituation, Arbeitshöhe, Zugänglichkeit und Bewegungsrichtung die jeweils passendere Falzzange verwendet werden. Besonders bei bereits montierten Blechen oder beengten Arbeitsbereichen kann der richtige Winkel entscheidend sein.
Typische Einsatzbereiche
- Biegen und Abkanten dünner Bleche
- Herstellen und Nacharbeiten von Falzen
- Richten verbogener Blechkanten
- Anpassen von Dach- und Anschlussblechen
- Bearbeiten von Rinnenblechen und Abdeckungen
- Herstellen von Tropfkanten
- Anpassen von Fensterbankblechen
- Bearbeiten von Fassaden- und Verkleidungsblechen
- Arbeiten an Blechverwahrungen
- Nachformen bereits montierter Blechteile
45° gebogene Falzzange
Die 45°-Falzzange bietet einen guten Kompromiss aus Zugänglichkeit, Sicht auf die Arbeitsstelle und direkter Kraftübertragung. Sie eignet sich für viele allgemein zugängliche Blechkanten und Falze.
Typische Anwendungen sind das Anpassen von Anschlussblechen, das Umlegen von Blechkanten, das Nacharbeiten von Falzen sowie das Richten kleinerer Verformungen.
Die auf dem vorhandenen Werkzeug erkennbare Artikelnummer lautet 01090060. Das Werkzeug ist mit einer Maulbreite von 60 mm und einem um 45° gebogenen Kopf ausgeführt.
60° gebogene Falzzange
Die 60°-Falzzange ist stärker abgewinkelt und eignet sich dadurch besonders für zurückgesetzte, senkrechte oder schwer erreichbare Blechkanten. Durch die stärkere Abwinkelung kann der Griff häufig an angrenzenden Bauteilen vorbeigeführt werden.
Sie ist beispielsweise bei bereits montierten Blechen, engen Dachanschlüssen, tiefer liegenden Falzen oder schwer zugänglichen Verkleidungen hilfreich.
Maulbreite von 60 mm
Die 60 mm breiten Backen greifen das Blech auf einer vergleichsweise großen Fläche. Dadurch wird die aufgebrachte Handkraft besser verteilt als bei einer schmalen Zange.
Die breite Auflage erleichtert das Herstellen gleichmäßiger Kantungen und reduziert bei sachgemäßer Anwendung das Risiko punktueller Druckstellen. Vollständig ausschließen lassen sich Abdrücke oder Beschädigungen jedoch nicht, insbesondere bei weichen, beschichteten oder empfindlichen Blechen.
Geeignete Materialien
Die Falzzangen können abhängig von Materialstärke und Werkstoff unter anderem für folgende Bleche verwendet werden:
- Stahlblech
- verzinktes Stahlblech
- Aluminiumblech
- Kupferblech
- Zinkblech
- dünne Edelstahlbleche
- beschichtete Blechprofile
Ob sich ein konkretes Blech bearbeiten lässt, hängt von dessen Material, Stärke, Härte, Beschichtung und Kantungsform ab. Sehr dicke oder hochfeste Bleche können mit einer Handfalzzange nicht oder nur eingeschränkt verformt werden.
Dachdecker- und Spenglerarbeiten
Bei Dacharbeiten können die Falzzangen zum Anpassen von Verwahrungen, Ortgangblechen, Traufblechen, Anschlussblechen oder kleineren Abdeckungen verwendet werden.
Auch beim Herstellen und Nacharbeiten von Steh- und Liegefalzen können die Zangen unterstützend eingesetzt werden. Für vollständig geschlossene oder sehr lange Falze können zusätzliche Falzwerkzeuge erforderlich sein.
Dachrinnen und Blechabdeckungen
Die Werkzeuge eignen sich zum Anpassen kleiner Blechstücke, zum Richten verbogener Kanten oder zum Nachformen von Anschlussbereichen an Dachrinnen und Abdeckungen.
Dachrinnen dürfen dabei nicht so stark verformt werden, dass Lötstellen, Beschichtungen oder Befestigungen beschädigt werden.
Fensterbänke und Fassadenbleche
Bei Fensterbankblechen, Fassadenverkleidungen und Blechabdeckungen können die Falzzangen zum Nacharbeiten von seitlichen Aufkantungen, Tropfkanten und Anschlussbereichen eingesetzt werden.
Empfindliche oder beschichtete Oberflächen sollten gegebenenfalls mit einer geeigneten Schutzlage bearbeitet werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Zange trotz Schutzlage sicher greift.
Anwendung
- Die zu bearbeitende Blechkante prüfen und die gewünschte Biegelinie markieren.
- Abhängig von Zugänglichkeit und Arbeitsrichtung die 45°- oder 60°-Falzzange auswählen.
- Die Backen vollständig und möglichst gerade auf die Blechkante setzen.
- Die Zange fest schließen, ohne das Material unnötig zu quetschen.
- Das Blech in mehreren kleinen Schritten in die gewünschte Richtung biegen.
- Bei längeren Kanten die Zange gleichmäßig entlang der Biegelinie versetzen.
- Die Kantung regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf nacharbeiten.
Bei längeren Blechkanten sollte nicht versucht werden, die gesamte Kantung mit einer einzigen starken Bewegung herzustellen. Gleichmäßigere Ergebnisse entstehen meist durch mehrere kleine und kontrollierte Biegeschritte.
Vorteile des Sets
- Zwei unterschiedliche Kopfwinkel für verschiedene Arbeitssituationen
- 45°-Ausführung für gut zugängliche Standardarbeiten
- 60°-Ausführung für enge und zurückgesetzte Bereiche
- 60 mm breite Backen für flächiges Greifen
- Kontrolliertes Biegen und Richten von Blechen
- Geeignet für Dachdecker-, Spengler- und Klempnerarbeiten
- Keine Stromversorgung erforderlich
- Direkte und fein dosierbare Kraftübertragung
- Auch für kleinere Reparaturen und Anpassungsarbeiten geeignet
Hinweise und Grenzen
Die Falzzangen sind nicht zum Schneiden von Blechen vorgesehen. Zum Trennen des Materials muss eine geeignete Blechschere, elektrische Schere, Säge oder ein anderes passendes Schneidwerkzeug verwendet werden.
Die maximale bearbeitbare Materialstärke hängt stark von Blechmaterial, Härte und gewünschtem Biegeradius ab. Vor Beginn sollte an einem Reststück geprüft werden, ob sich das Material sauber bearbeiten lässt.
Bei beschichteten, lackierten, eloxierten oder besonders weichen Blechen können Druckstellen, Kratzer oder Beschädigungen der Oberfläche entstehen.
Die Backen müssen sauber und frei von Sand, Metallspänen oder grobem Schmutz sein. Fremdkörper zwischen Backe und Blech können sichtbare Kratzer verursachen.
Das Werkzeug darf nicht mit Verlängerungsrohren oder zusätzlichen Hebeln überlastet werden. Dadurch können Backen, Gelenk oder Griffe beschädigt werden.
Beim Biegen können scharfe Blechkanten entstehen. Schnittfeste Arbeitshandschuhe und eine Schutzbrille werden empfohlen.
Bei Arbeiten auf Dächern, Leitern oder Gerüsten sind geeignete Absturzsicherungen und die einschlägigen Sicherheitsvorschriften zu beachten.
Die Falzzangen ersetzen keine stationäre Abkantbank, wenn lange, besonders gerade oder reproduzierbare Kantungen benötigt werden.









